Cursed to live in interesting times

Eine Kooperation von suite42, Deutsches Schauspielhaus Hamburg
und Zoukak Studio Theatre Beirut

GHALIA (Zoukak – April 2019) &
DAS NACKTE GUTE LEBEN (suite42 – Nov/Dez 2019)

Über einen Zeitraum von 2 Jahren arbeiten suite42, das Hamburger Schauspielhaus und die Zoukak Theatre Company mit ihrem Studio in Beirut zusammen unter dem Titel Cursed to live in interesting times.

Kern ist dabei das gegenseitige Interesse an der künstlerischen Arbeit und die tiefgreifende inhaltliche, politische und methodische Auseinandersetzung damit. Der Blick wird auch gerichtet auf die postkoloniale, globalpolitisch zugespitzte Realität im Kontext der Umwälzungen in nah- und mittelöstlichen Ländern und auf die zunehmende Verantwortung der jungen Generationen in beiden Regionen, Alternativen zu politischer und innergesellschaftlicher Gewalt zu finden. Zwischen den Städten Hamburg, Beirut und Berlin entstehen zwei Produktionen, zu sehen in allen 3 Städten und von Kontextprogrammen in verschiedenen Formaten kritisch begleitet.

Das nackte gute Leben mit Schauspieler*innen von suite42 und dem Schauspielhaus in Hamburg, unter Mitarbeit von Zoukak. suite42 stehen gewissermaßen am anderen Ufer der vorausgegangenen Produktion Ghalia aus Beirut, in einer visionären Versuchsanordnung. Während Ghalia aus einer Krisenregion kommt, spielt Das nackte gute Leben in einer Region, die sich schwer tut, politische Antworten auf die drängenden Klimafragen unserer Zeit zu geben und die im Begriff ist, ihre erkämpften Werte aufzugeben.

Das nackte gute Leben – الحياه العارية الحَسنة
von suite42 (Deutsch mit arabischen Übertiteln)

Fast 80 Jahre lang hat die Idee des nuklearen Showdowns die kollektive Fantasie der Menschheit erfüllt. The Big Blast, Menschen verwandelt in Skelette, Fettflecke, Asche. Parallel dazu zieht schleichend und unauffällig herauf, was heute als Klimakatastrophe Realität geworden ist – als wucherndes Symptom globaler Zerstörung – als unsere Gegenwart, mit ihren so unsagbar traurigen und hilflosen Maßnahmen, zehn Euro für die Tonne Abgas, drei Cent mehr für den Sprit. Was bleibt zu tun? Der Panik nachgeben, Autos in die Luft jagen oder hedonistisch in den Untergang tanzen? Und die Zukunft, wie wird sie aussehen? Wird Geschichte Geschichte sein, Sprache, Wissenschaft, Kunst noch da in Relikten, die Menschen unbelasteter und glücklich?
1962, 2019, 2080: Eine junge Frau klammert sich an einen alten Bunker, eine Beruhigung vor der großen Lösung oder der Radikalisierung. Ein halbes Jahrhundert später begegnet man dort Menschen, die nach der Einsicht in die Unfähigkeit des menschlichen Kollektivs und nach dem Anbeginn einer neuen, post-anthropozänen Epoche, ein Leben mit neuem Regelwerk gestalten.

Eine internationale Annäherung an die Möglichkeit einer geteilten Zukunft von suite42, der Zoukak Theatre Company aus Beirut und dem Deutschen SchauSpielHaus im Rahmen des Fonds »Doppelpass« der Kulturstiftung des Bundes.

Ghalia von Zoukak

Die Produktion Ghalia entstand Ende 2018 – März 2019 in Beirut. Als Stoff zuerst vom Royal Court Theatre und dem British Council geschrieben, befreit sich eine junge schwangere Frau aus einer traditionellen Familie und trifft auf Frauenfiguren aus Mythologie, Geschichte und Widerstand der Gegenwart, bis sie die Küste gegenüber Europa erreicht. Weitere Informationen beim Zoukak Theatre und Schauspielhaus Hamburg.

 

Pressestimmen:

»Die Voraufführung von Das nackte gute Leben im Malersaal des Deutschen Schauspielhauses, im Stück ein Bunker der Abteilung Alpha Omega 2224. Hier kommt eine scheinbar zufällig zusammengewürfelte Gruppe zusammen. Mit vier Figuren bildet Lydia Ziemke einen Querschnitt heutiger Haltungen zur Klimakrise ab: vom Yuppie, der davon ausgeht, dass das Leben auf der Erde ohnehin früher oder später ein Ende hat, und daher überhaupt nicht einsieht, sich zu beschneiden – bis zur jungen Extremistin, die einen Zug mit fabrikfrischen SUVs zum Entgleisen gebracht hat. […] Das ist alles, was Lydia Ziemke braucht, um ihr Ensemble eine skurril-komische und teilweise sehr bedrückende Endzeitrevue entwickeln zu lassen. Dazu kommen drei Spieler und die Musiker von suite42 sowie zwei Schauspielerinnen vom Deutschen Schauspielhaus. Beeindruckend homogen agiert das gemischte Ensemble auf der Bühne. Hier haben sich sichtlich alle auf die Arbeitsweise des jeweils anderen eingelassen.« (Natalie Fingerhut, Die Deutsche Bühne, 01/2020)

Podcast: Nahostcast spricht mit Lydia Ziemke über Das nackte gute Leben und Produktionen von suite42: »Zwischen Klimakrise und arabischem Frühling – Was kann Theater?«

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Credits – Das nackte gute Leben

Mit: Roland Bonjour, Eva Bühnen, Rosemary Hardy, Öz Kaveller, Owen Lasch, Stefan Stern, Lucie Zelger / Regie: Lydia Ziemke / Bühne und Kostüme: Claire Schirck / Musik: Öz Kaveller / Sound Design: Owen Lasch / Dramaturgie: Ralf Fiedler, Bastian Lomsché / Technische Leitung Tour: Stefan Ionita / Licht: Björn Salzer / Produktionsleitung: Laura Werres / Assistenz Tour: Marie Rossmanith, Joelle Westerfeld / Übersetzung: Raman Khalaf / Übertitel: Raman Khalaf (PANTHEA) / nach einer Idee von: Miriam Edlich-Muth

Termine

07. | 08.02.2020
DAS NACKTE GUTE LEBEN
DAS NACKTE GUTE LEBEN Schauspielhaus Hamburg, Vorstellung
11.12.2019
DAS NACKTE GUTE LEBEN
DAS NACKTE GUTE LEBEN tak Theater Aufbau Kreuzberg, Premiere

Weitere Vorstellungen 2020 in Hamburg und Beirut (u.a.).

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02. | 04. | 15. | 16.11.2019
DAS NACKTE GUTE LEBEN
DAS NACKTE GUTE LEBEN Schauspielhaus Hamburg, Voraufführungen
11. | 12.04.2019
GHALIA
GHALIA tak Theater Aufbau Kreuzberg , Vorstellung
04. | 05. | 06.04.2019
GHALIA
GHALIA Schauspielhaus Hamburg, Vorstellung
23.03.2019
GHALIA
GHALIA Zoukak Studio Theatre, Uraufführung

Uraufführung am 23. März 2019 im Zoukak Studio Theatre in Beirut.
Vorstellungen laufen bis zum 29.03.2019.

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