geRecht II – Asylrecht: 

Fälle von Freiheit vor Gericht

Episode II der seriellen immersiven Filminstallation von suite42

„Es ist erstaunlich, wie gut dieses innovative Erzählmodell funktioniert, wie es sich zugleich schlüssig einfügt in das Bemühen dieses Abends, Nuancen zu vermitteln, wo sonst simple Parolen und Populismus des Diskurs bestimmen.“

Berliner Morgenpost

geRecht – Episode II: Fälle von Freiheit vor Gericht

Eine immersive Filminstallation über 7 Leinwände, 8 Monitore und 12 Lautsprecher – nur live im Theater zu erleben

Das Projekt:
Ein Team aus transnationalen Autor:innen – Mehdi Moradpour, Matin Soofipour Omam, Peca Stefan – und der Dramaturgin – Maria Milisavljević – schrieb über ihre gemeinsame deutsche Gesellschaft diese Serie auf dem Theater.

Mit der Regisseurin – Lydia Ziemke – und den Spieler:innen – Roland Bonjour, Omar El Saeidi, Corinna Harfouch und Anke Retzlaff – und dem ganzen Team wurde dafür im Corona-Jahr 2020 eine immersive Filminstallation im Theater entwickelt – um das wichtige Thema so schnell wie möglich (auch vor der damaligen Bundestagswahl) herauszubringen. Wir haben also das Material gefilmt und die erste Folge für sechs Leinwände in einer bestimmten Beziehung zueinander im Raum verteilt geschnitten. Es ermöglicht eine sinnliche analoge Erfahrung in einem Theaterraum mit digitalen Mitteln.

Inhalt Mit geRecht laden wir das Publikum ins Herz eines Verwaltungsgerichtssaals einer Asylrechtskammer und in die Arbeit der JustizexpertInnen dort ein. Der Fokus liegt nicht auf den Fluchtgeschichten, sondern auf dem großen individuellen Handlungsspielraum und der großen Verantwortung der JustizexpertInnen. Eine Bestrebung ist, durch mehr Wissen einen ehrlicheren Umgang mit dem Asylrecht in Deutschland zu befähigen.

In Episode II erleben wir mit der Richterin Katharina Baumann und dem weiteren juristischen Personal eine neue Krise: Ein erfolgreicher Kläger von gestern steht heute ganz plötzlich unter Terrorverdacht. Unter dem vielgestaltigen Einfluß der Politik und dem nagenden Druck der Medien werden die Prinzipien der Beteiligten auf die Probe gestellt, und ihr Gestaltungsspielraum wird zur Belastungsprobe der Demokratie.

Vier Frauen erzählen gleichzeitig von Flucht und Heimat, erinnern daran, dass Flucht viele Facetten enthalten kann, und was für eine bewundernswerte Kraftleistung es ist, die Heimat zu verlassen und an dem neuen Lebensort ein Leben zu gestalten.

Nach erfolgreicher Flucht aus Afghanistan/Iran klagt Azade Jahangiri gegen die Ablehnung ihres Antrags auf Flüchtlingsschutz oder Asyl. Svenja Seidel verteidigt ihre deutsche Heimat gegen ebensolche Anträge bzw. gegen ebensolche Menschen. Ihre Mutter Hella Seidel schreckt in den frühen 80igern im letzten Moment vor der Flucht über die Berliner Mauer zurück während die vierte – die Richterin Katharina Baumann – wiederum hat diese Flucht gewagt und geschafft.

Durch die Begegnung mit der jungen Frau aus Afghanistan vermischen sich die private und die berufliche Sphäre der Richterin Baumann. Doch am Ende erklärt die Richterin die Idee von Gerechtigkeit innerhalb unseres Asylsystems zum Mythos und erkennt ihre Verantwortung nicht nur als Richterin, sondern auch im Privaten: Wie kann diese düstere Zukunft gestaltet werden? Wo verlaufen die Grenzen ihres Wirkungsbereiches? Kann sie aus dem Gericht heraus etwas verändern, oder eher von draußen?

Die Erfahrung in Bild und Raum Diese Filminstallation ist ein komplett neuartiges digital-analoges Aufführungsformat: Mit „geRecht“ laden wir unser Publikum in Theater- oder Ausstellungsräume ein, wo es über raumhohe Leinwände, bewegliche Monitore und ein mehrkanaliges Soundsystem Auge in Auge mit verschiedensten (über-)lebensgroßen Justizexpert:innen kommt. So findet sich das Publikum im Verlauf des Stücks im Verwaltungsgerichtssaal, einem der Büros und vor allem auf den Fluren um eine Asylrechtskammer wieder. Hier entsteht der dreidimensionale Raum nicht allein im zweidimensionalen Bild, sondern vor allem zwischen den Leinwänden: die Akteur:innen agieren miteinander mit perfekten Sichtachsen zwischen den Leinwänden anwesenden Zuschauer:innen hindurch.

In dieser Aufführung soll Kenntnis über die hochprofessionalisierte Arbeit der Justizexpert:innen und die Realität in einem Gerichtsgebäude vermittelt werden, aber die Form ermöglicht durch unerwartete Sinnlichkeit vor allem ein Reflektieren und Tiefereintauchen in das menschliche Erleben der Jurist:innen, wie sie unter großem Druck und mit einem weit auslegbaren Gesetzesgeflecht über das Schicksal von einzelnen Menschen entscheiden.

Neben den Texten und Handlungen kreieren Assoziationsebenen, wie die Betrachtung eines Ameisenstaates, zeitliche Brüche in der Narrative und die Möglichkeit zum Sich-in-Bezug setzen zur Materie. Auch das Wechseln der eigenen Position soll den Blick und die Gedanken wach und beweglich halten.

Pressestimmen: (…) Es ist erstaunlich, wie gut dieses innovative Erzählmodell funktioniert, wie es sich zugleich schlüssig einfügt in das Bemühen dieses Abends, Nuancen zu vermitteln, wo sonst simple Parolen und Populismus des Diskurs bestimmen. Die Vielschichtigkeit gibt neben Corinna Harfouch auch Roland Bonjour, Omar El Saeidi, Anke Retzlaff und Pegah Ferydoni viel Gelegenheit zur schauspielerischen Entfaltung. In der einen Sichtachse blickt man direkt in die Vergangenheit der Richterin, in de anderen ins Kriegsgebiet, in einer dritten ins Labyrinth der Rechtsprechung. Ein ergreifender, wichtiger und kluger Abend. Ein dritter Teil ist geplant. (Berliner Morgenpost)

geRecht Episode II – Trailer Material: 

Sichtungsmaterial – Publikumserfahrung live im Raum

geRecht Episode II – Trailer kurz:

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geRecht – Eine begehbare Filminstallation mit Corinna Harfouch. Der Beitrag von Ute Büsing bei Inforadio Kultur 

Credits

Autor:innen: Peca Stefan, Matin Soofipour Omam, Maria Milisavljević / Regie: Lydia Ziemke / Dramaturgie: Allex Fassberg, Maria Milisavljević / Kreativer Berater: Mehdi Moradpour / Mit: Roland Bonjour, Omar El-Saeidi, Pegah Ferydoni, Corinna Harfouch, Anke Retzlaff / Als Stimmen: Thomas Bading, Katja Riemann / Videokünstlerische Umsetzung: Daniel Hengst / Ton- und Musikdesign: Nils Lauterbach / Kamera: Bildmühle (Lukas Spijkerman, Oskar Piorkowski, Malte Brinkmann), Jenny Fitz Lichtdesign: Henning Streck, Bildmühle / Bühne: Mona Glass / Bühnenbau: Mona Glass, Sebastian Birnbacher / Kostüm: Claire Schirck, Katharina Kraatz / Maske: Selina Schaal, Clemens Alleweldt / Aufnahmeleitung: Hannes Maar, Niina Walter Produktionsassistenz: Andriana Seecker, Igor Kotliarov / Kostümassistenz: Katharina Kraatz / Setassistenz: Anna Goman / Team Cast: Alexander Ebeert, Boris Jarosch, Ipek Syalioglu, Karina Stübiger / Set-Fotografie: Michael Römstock / Technik tak Berlin: Antje Kuhfeld, Ron Bracht

Gefördert durch Mittel der Lottostiftung Berlin, und vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Termine

Premiere 17. April 2025
geRecht II
geRecht II tak Theater Aufbau Kreuzberg, Vorstellungen

Ein Team aus transnationalen Autor:innen – Mehdi Moradpour, Matin Soofipour Omam, Peca Stefan – und der Dramaturgin – Maria Milisavljević – schrieb über ihre gemeinsame deutsche Gesellschaft diese Serie auf dem Theater.

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Mai 2025
geRecht II
geRecht II tak Theater Aufbau Kreuzberg, Vorstellungen

Ein Team aus transnationalen Autor:innen – Mehdi Moradpour, Matin Soofipour Omam, Peca Stefan – und der Dramaturgin – Maria Milisavljević – schrieb über ihre gemeinsame deutsche Gesellschaft diese Serie auf dem Theater.

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Juni 2025
geRecht II
geRecht II tak Theater Aufbau Kreuzberg, Vorstellungen

Ein Team aus transnationalen Autor:innen – Mehdi Moradpour, Matin Soofipour Omam, Peca Stefan – und der Dramaturgin – Maria Milisavljević – schrieb über ihre gemeinsame deutsche Gesellschaft diese Serie auf dem Theater.

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September 2025
geRecht II
geRecht II tak Theater Aufbau Kreuzberg, Vorstellungen

Ein Team aus transnationalen Autor:innen – Mehdi Moradpour, Matin Soofipour Omam, Peca Stefan – und der Dramaturgin – Maria Milisavljević – schrieb über ihre gemeinsame deutsche Gesellschaft diese Serie auf dem Theater.

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Dezember 2025
geRecht II
geRecht II tak Theater Aufbau Kreuzberg, Vorstellungen

Ein Team aus transnationalen Autor:innen – Mehdi Moradpour, Matin Soofipour Omam, Peca Stefan – und der Dramaturgin – Maria Milisavljević – schrieb über ihre gemeinsame deutsche Gesellschaft diese Serie auf dem Theater.

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+49 (0)173 9150039

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