War Zone

von Dea Loher, mit Texten von Chris Thorpe u. a.

Collage: Dima Peels, www.dimapeels.com

»Die Quellen des Krieges springen tief in unserer Brust, und alles Grässliche, was zuzeiten die Welt überflutet, ist nur ein Spiegelbild der menschlichen Seele, im Geschehen sich offenbarend.«
(Ernst Jünger)


Zwei Schauspielerinnen. Tahera Hashemi hat Krieg im Taliban-regierten Afghanistan direkt erlebt und ist davor geflohen. Ihre Kollegin Lucie Zelger, eine Schweizerdeutsche, kennt Krieg aus Bildern, Nachrichten und Erzählungen. Wie lassen sich durch die direkte Begegnung Perspektiven hinterfragen und verändern?

»War Zone« basiert auf dem gleichnamigen Text von Dea Loher, welcher das Phänomen Krieg und seine Folgen für das Menschsein untersucht: Was machen Extremsituationen aus uns - im Krieg, in der Armee, auf der Flucht? Wie gehen wir mit Manipulation, Willkür und Verantwortung um? Collagiert wird Lohers Text durch »Down the Wires« von Chris Thorpe, sowie Berichten israelischer Ex-Soldaten der Organisation Breaking the Silence und mehrsprachigen Ensembletexten.

Aktuell beschäftigt das Ensemble auch die mittlerweile alltäglichen gewaltvollen Bilder in den Medien. Was bleibt von ihnen in uns stecken? Nach den letzten medial-durchleuchteten Kriegen ist deren Hölle frei zugänglich. Das macht uns zu direkten Zeugen und unsere Beteiligung offensichtlich. Was verändert sich, wenn die Menschen auf den Bildern zu uns herkommen?

Das alles ist Material der facettenreichen Bühnenbegegnung der beiden Frauen, die ihre berufliche Passion eint, aber zugleich ihre verschiedene Herkunft und unterschiedlicher Aufenthaltsstatus in Deutschland trennt. Der Londoner Musiker und Videokünstler Owen Lasch komponiert und nutzt live mit ihnen auf der Bühne analoge und digitale Quellen.

Auf Deutsch, Französisch, Dari.
Mit Englischen und Deutschen Untertiteln.


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Fotos: Piero Chiussi

»Ich verstehe meinen Gegner, ich verstehe ihn gut, ich bin wie er, ich bin der Gegner.«
(aus »War Zone«, Dea Loher)

»Ich habe jetzt einen Sohn, der zu mir nach Deutschland gelaufen ist.«
(Tahera Hashemi)

»Freiheit kannst Du eine Zeit lang allein genießen, aber schnell ergibt das keinen Sinn mehr.«
(Lucie Zelger)

»Maybe we’ll evolve into beings who never make mistakes, instead of staring dumbly at a screen and realising a split-second too late that the split-second decision we just made was wrong.«
(aus »Down the Wires«, Chris Thorpe)

»Die Zahl der Leidenden ist bedeutungslos. Einer kann für Millionen stehen.«
(Ernst Jünger)


Collage: Owen Lasch

Termine

Do, 03.12.2015 20:00 h Premiere
Ballhaus Ost
Fr, 04.12.2015 20:00 h Ballhaus Ost
mit Publikumsgespräch
Sa, 05.12.2015 20:00 h Ballhaus Ost
24.–27.2.2016 20:00 h Ballhaus Ost

Ballhaus Ost: Pappelallee 15, 10437 Berlin, U2 Eberswalder Straße, www.ballhausost.de/produktionen/UeberLebensElixier/war-zone
Karten: Tel. 030 - 44 03 91 68,


Presse

Krieg und Theater – Eine utopische Begegnung im Prenzlauer Berg
Rezension von Julia Joerin, zenith, 28.02.2016
 Text downloaden (PDF, 156 kB)


Mit Tahera Hashemi, Lucie Zelger, Owen Lasch / Texte Dea Loher, Chris Thorpe, Breaking the Silence, Ensemble / Regie Lydia Ziemke / Bühne, Kostüme Claire Schirck / Live-Musik, Ton Owen Lasch / Dramaturgie Elke Ranzinger / Licht Eva G. Alonso / Regieassistenz Nina Eckhardt / Ausstattungsassistenz Dimitri Staub / Produktion, ÖA Ehrliche Arbeit – Freies Kulturbüro

suite42 – UK / France / Germany
 
Salon ÜberMorgenLand I, Radialsystem V, Berlin, 22.12.2014 / Foto: Sophia Zoë