Land ohne Worte

von Dea Loher

Wiederaufnahme der Inszenierung »Land Without Words«
mit neuer Besetzung, in deutscher Sprache.

Lucie Zelger
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Fotos: Piero Chiussi

Im Angesicht des Krieges wird Kunst bedeutungslos. Willkürliche Zerstörung von Leben lässt sich nicht in Worten beschreiben. Das eigene Leben weit weg vom Krieg erscheint im Gegensatz dazu falsch.

Man muß es trotzdem alles sehen, es wissen, man muß es erzählen und man muß das eigene Glück genießen. In dieser Überzeugung schrieb Dea Loher doch diesen Text, der in der gleichen Überzeugung inszeniert wurde.

Nicht zynisch, aber an den eigenen Mechanismen interessiert, untersucht eine Frau Entwicklung, Sinn und Potential der Kunst. Und dabei, wie eine westliche Künstlerin auf Reise im Kriegsgebiet nach echten Erfahrungen sucht, die in abstrakter Kunst Ausdruck finden, die wiederum dem Betrachter eine konkrete Erfahrung ermöglicht. Aber in der nahöstlichen Stadt K. angekommen, werden die krassen Erfahrungen so abstrakt dass sie keine künstlerische, sondern nur lebendige, reale Auseinandersetzung damit zulassen.

Diese Inszenierung entstand in Edinburgh und London und ist international getourt. Wir nehmen die Arbeit in diesem Frühjahr in neuer Besetzung und auf Deutsch wieder auf, weil es in der gegenwärtigen Weltlage ausdrückt, was wir anders nicht besser sagen könnten.

English info here


Termine

Fr, 27.03.2015 20:00 h KMS 145
Sa, 28.03.2015 20:00 h KMS 145
with English surtitles
So, 29.03.2015 18:00 h KMS 145
with English surtitles
Sa, 09.05.2015 18:00 h Land ohne Worte, Ballhaus Ost, Dritte Etage
(20:00 Uhr »Hussein«, Kombination möglich!)

KMS 145: Karl-Marx-Straße 145, 12043 Berlin


Inszenierung: Lydia Ziemke / Spiel: Lucie Zelger / Ton & Komposition: Owen Lasch / Bühne & Kostüme: Claire Schirck


Über »Land Without Words«:

»Es ist ein ›Kriegsbericht‹, der an die Nieren geht und das nicht zuletzt aufgrund der hervorragenden schauspielerischen Leistung von Lucy Ellinson, die überzeugend ihre Machtlosigkeit und die emotionale Achterbahnfahrt während des Aufenthalts in Kabul darzustellen weiß […]. Nach diesem Stück bleibt keine Chance in ein wohliges, bürgerliches Kunstverständnis zurückzukehren und so zu tun, als ob Gewalt, Elend und Hass keine Denkkategorien mehr für uns seien.« (Michaela Preiner, European Cultural News, 4th June 2010)

»As a whole, Land Without Words is perfectly knitted together, permanently and wholeheartedly in tune with the aesthetic principles extolled by its protagonist: bodily over beauty. The result is a gripping piece of performance that leaves behind thumping and insoluble conundrums, both ethical and aesthetical.« (Matt Trueman, Culture Wars, Tuesday 18 August 2009)

»La mise en scène de Lydia Ziemke de Land Without Words témoigne d’un incroyable humanisme. Dans un puissant monologue, la performer Lucy Ellinson n’hésite pas à se dévoiler et s’oublier elle-même. De manière nouvelle, formes et fonds s’entremêlent ingénieusement. […] Entre présence charnelle, violence des mots et art sculptural, elle nous fait partager sa recherche de la perfection esthétique.« (Laura Adolphe, Mouvement, 8th June 2010)

suite42 – UK / France / Germany
 
Land Without Words: Lucy Ellinson auf der Bühne beim MESS Festival Sarajevo, September 2010 / Foto: MESS Festival