Über suite42

suite42 bringt internationale Theater- und andere Künstler für Theaterprojekte zusammen, die sich mit geschichtlichen Knotenpunkten und besonders mit den Auswirkungen von Gewalt und Migration auf Einzelne und Gesellschaften befassen. Dabei liegt der Fokus nicht nur auf der Bühnenpräsentation, es wird auch immer ein Kontext aus akademischen und anderen künstlerischen Quellen geschaffen.


suite42, led by theatre director and dramaturg Lydia Ziemke, is a collective of international theatre practitioners and artists committed to work that engages with remarkable historical moments and in particular with the effects of violence, war and migration on society and individuals. suite42 focus does not lie on performance alone, but also on forming a context to each work from academic and other artistic sources.


suite42 haben sich seit 2011 in Berlin zur Aufgabe gemacht, dem Rechnung zu tragen, was mehr ins Gesichtsfeld drang und (u.a.) intensiv mit arabisch-sprachigen Kollegen zu arbeiten. Möglich war das, weil Leiterin Lydia Ziemke 2010 vom British Council als Stipendiatin des Programms CLI eingeladen worden war, ein Jahr zu machen, was sie wollte. Das waren dann viele Reisen in die Theater der arabisch-sprachigen Länder, auf denen sie langfristige Arbeitsfreundschaften schloss und von denen sie mit viel Material zurückkam.

So viel Material, dass neben den Theaterproduktionen auch immer multimediale Kontextveranstaltungen kreiert wurden und werden. So geschehen neben zahlreichen Workshops 2012 mit der Einladung der Autoren von »Lila Risiko Schachmatt« aus Syrien (Mohammad Al Attar – »Rückzug«), Marokko (Jaouad Essounani – »Hassan Leklichée) und Palästina (Imad Farajin – »603«); 2013 mit dem Marokko-Wochenende, sowie anhand der weitergeführten Zusammenarbeit in Rabat und Berlin mit Jaouad Essounani und seiner Kompanie Dabateatr; 2014 mit weiteren Besuchen des Autoren Mohammad Al Attar aufgrund der Inszenierung seines Textes »Und jetzt bitte direkt in die Kamera«; 2015 mit dem Syrien-Fokus, der die Arbeit vieler syrischer und deutscher Künstler im Angesicht der Krisensituation einschloß.

Nach zahlreichen gegenseitigen Einladungen mit Gastspielen und Workshops kulminierte 2014 die Zusammenarbeit mit der libanesischen Kompanie Zoukak in der gemeinsamen Inszenierung »Hussein«.

Seit 2014 sind vermehrt Kooperationspartner aus Krisengebieten nach Berlin gezogen, was schrecklich im Ursprung, aber fantastisch in der Folge ist. Neben Zugang zur Infrastruktur und der Arbeit in Workshops kommt es so zu gemeinsamen Arbeiten. In der Produktion »War Zone« spielt z.Bsp. die afghanische Schauspielerin Tahera Hashemi, im dazugehörigen Fokus Wochenende »War Zones: Kabul/Berlin hat sie ihr afghanisches Clown-Solo zur Europa-Premiere gebracht. Die nächste Arbeitsphase geht wieder für Arbeiten nach Algerien, Marokko und in deutsche Städte mit einer syrisch-deutsch-weiteren Kooperation. Außerdem häufen sich Touren.

Bei all dem ist allerdings auch die Auseinandersetzung mit der hiesigen Welt und Geschichte essentiell, welche mit »And Then We Took Berlin« weitergeführt wurde und mit Anne Rabe weiter geht.


suite42 setzt sich im namen zusammen aus dem, was ein weiter raum zum temporären leben und arbeiten oder ein musikstück sein kann und der ziffer 42, die bekanntlich die antwort auf alles wichtige ist – uns interessieren die richtigen fragen.

suite42 – UK / France / Germany
 
»Hussein«, Berlin, November 2014/ Foto: Piero Chiussi